Warum in der Praxis niemand abnimmt

Nicht weil dich niemand behandeln will. Sondern weil das Telefon nur zu bestimmten Zeiten überhaupt besetzt ist, und dann von einer Person bedient wird, die gleichzeitig noch drei andere Dinge macht.

Keiner dieser Punkte hat mit dir zu tun. Du landest in einem Engpass, der jeden Tag zur selben Zeit entsteht.

Die Zeiten, zu denen tatsächlich jemand rangeht

Die besten Zeiten für einen Anruf in einer Arztpraxis liegen im späteren Vormittag, etwa zwischen zehn und halb zwölf, und in der letzten halben Stunde der telefonischen Sprechzeit. Die erste halbe Stunde nach Öffnung ist die schlechteste, weil dann alle gleichzeitig anrufen, die auf die Öffnung gewartet haben. Dienstag bis Donnerstag ist ruhiger als Montag und Freitag. Die erste Woche eines neuen Quartals würde ich überspringen, wenn es nicht dringend ist. Wenn du die telefonischen Sprechzeiten nicht kennst: Sie stehen meist auf der Praxis-Website, und der Anrufbeantworter sagt sie dir auch dann, wenn niemand abnimmt.

Und falls es trotzdem nicht klappt: Zwei oder drei Versuche an verschiedenen Tagen sind völlig normal. Das ist kein Zeichen dafür, dass du es falsch machst.

Du musst das Wählen aber nicht selbst übernehmen. Ich hänge in der Leitung, du bekommst den Termin.

Was ohne Anruf geht

Mehr als die meisten denken. Viele Praxen haben Wege, die kein Gespräch brauchen, bewerben sie aber kaum.

Wenn nur der Anrufbeantworter läuft

Dann sprich drauf. Viele Praxen hören die Nachrichten am Ende der Sprechzeit ab und rufen zurück, aber nur wenn klar ist, wen sie zurückrufen sollen und warum.

Zwanzig Sekunden reichen

„Guten Tag, mein Name ist [Vorname Nachname], geboren am [Datum]. Ich hätte gern einen Termin wegen [Anliegen in drei Worten]. Meine Nummer ist [Nummer langsam]. Ich wiederhole: [Nummer nochmal]. Erreichbar bin ich [Zeitfenster]. Vielen Dank."

Die Nummer zweimal zu sagen ist der wichtigste Teil. Daran scheitern die meisten Rückrufe, nicht am Anliegen.

Wenn du nicht weißt, wie du dein Anliegen in einem Satz sagst: Dafür habe ich ein Anruf-Skript zum Mitlesen gebaut.

Wenn das Wählen selbst das Problem ist

Es gibt einen Unterschied zwischen „ich komme nicht durch" und „ich schaffe es nicht, es nochmal zu versuchen". Der zweite ist der häufigere, und über den redet niemand.

Nach dem vierten Besetztzeichen ist die Hürde nicht mehr die Leitung. Sie ist der Gedanke daran, wieder in der Warteschleife zu sitzen und dann doch reden zu müssen. Warum das so ist, steht in meinem Artikel über Telefonangst und darin, was im Körper passiert, bevor du wählst.

Wenn du den Anruf grundsätzlich machen würdest, aber nicht heute und nicht diese Woche: Ich rufe die Praxis in deinem Auftrag an, bleibe dran, wenn besetzt ist, und melde mich mit dem Ergebnis. Wie das läuft, steht auf der Startseite.

Wenn das Problem weniger die besetzte Leitung ist als deine eigene Arbeitszeit, hilft Arzttermin machen, wenn man arbeitet weiter.