Kalender und Telefon auf einem Schreibtisch

Kurz gesagt

Die meisten Praxen nehmen Termine telefonisch nur in einem festen Fenster an, das fast immer morgens zwischen 8 und 11 Uhr liegt. Für Berufstätige ist damit nicht der Termin das Problem, sondern der Anruf. Was hilft, ist den Anruf aus diesem Fenster herauszuholen: online buchen, nach der Abendsprechstunde fragen, um einen Rückruf zu einer festen Uhrzeit bitten oder punktgenau zum Beginn der Sprechzeit anrufen. Fällt ein Termin unvermeidbar in die Arbeitszeit, kann § 616 BGB eine bezahlte Freistellung tragen, sofern er im Arbeitsvertrag nicht ausgeschlossen ist.

Gesundheit & Alltag

Arzttermin machen, wenn man arbeitet.
Das Problem ist nicht der Termin.

Von Danny Thiel · · 7 Min. Lesezeit
Die Sprechzeit Was rechtlich gilt Fünf Wege Was du sagst Abgeben

Die telefonische Sprechzeit ist von 8 bis 11 Uhr. Du fängst um 8 an. Du hast es letzte Woche zweimal in der Pause probiert, beide Male besetzt.

Alle sagen: ruf halt in der Mittagspause an. Nur ist in vielen Praxen mittags niemand am Apparat, und die Terminvergabe war um 11 Uhr zu Ende.

Das ist kein Organisationsproblem auf deiner Seite. Zwei Zeitfenster überschneiden sich, und keins davon hast du gemacht.

Das Problem ist die Sprechzeit, nicht der Termin

Die meisten Praxen nehmen Termine nur in einem festen Zeitfenster telefonisch entgegen, und dieses Fenster liegt fast immer morgens. Häufig zwischen 8 und 11 Uhr, manchmal zusätzlich eine Stunde am Nachmittag.

Das ist genau die Zeit, in der du arbeitest. Nicht der Termin selbst ist das Problem, sondern der Anruf, mit dem du ihn bekommst.

Dazu kommt: In diesem Fenster rufen alle an. Die Leitung ist besetzt, du landest in der Warteschleife, legst nach vier Minuten auf, weil die Pause vorbei ist. Am nächsten Morgen dasselbe. Nach drei Anläufen schiebst du es auf nächste Woche, und dann kommt nächste Woche.

Wenn du wissen willst, woran das auf Praxisseite liegt und wann die Leitung realistisch frei ist, steht das in Praxis geht nicht ans Telefon.

Was arbeitsrechtlich gilt, grob gesagt

Der Grundsatz ist einfach: Arzttermine sollen möglichst außerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Geht das nicht, kann § 616 BGB greifen. Der besagt, dass du deinen Vergütungsanspruch nicht verlierst, wenn du für eine kurze Zeit ohne eigenes Verschulden an der Arbeit gehindert bist.

Anerkannt ist das zum Beispiel bei akuten Beschwerden, bei einer Blutabnahme, für die du nüchtern sein musst, und dann, wenn die Praxis dir schlicht keinen anderen Termin gibt. Reine Vorsorgeuntersuchungen, die du frei legen kannst, zählen in der Regel nicht dazu.

Ein wichtiger Haken: § 616 BGB kann im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag eingeschränkt oder ganz ausgeschlossen sein. Ein Blick in den eigenen Vertrag lohnt sich deshalb mehr als jede allgemeine Auskunft. Ich bin kein Anwalt, für den Einzelfall ist das der richtige Weg.

Für den Anruf selbst brauchst du das alles ohnehin nicht. Drei Minuten telefonieren ist keine Abwesenheit vom Arbeitsplatz, über die jemand diskutiert. Das Problem ist praktisch, nicht rechtlich: Du sitzt um halb neun in einer Besprechung oder im Kundengespräch.

Fünf Wege, die tatsächlich funktionieren

Was hilft, ist, den Anruf aus dem Vormittagsfenster herauszubekommen. Fünf Möglichkeiten, in der Reihenfolge, in der ich sie probieren würde:

Online buchen. Immer mehr Praxen haben ein Buchungssystem auf der Website. Schau zuerst dort nach, bevor du überhaupt wählst. Das dauert zwei Minuten und erledigt die Sache manchmal komplett.

Nach der Abendsprechstunde fragen. Viele Praxen haben einen Tag in der Woche mit späten Terminen, oft Dienstag oder Donnerstag. Das steht selten prominent auf der Website, aber es gibt sie häufiger als man denkt.

Um Rückruf bitten. Wenn du durchkommst, aber gerade nicht sprechen kannst: Sag, wann du erreichbar bist, und bitte um einen Rückruf in diesem Fenster. Praxen machen das, wenn man konkret wird.

Die erste Minute der Sprechzeit nehmen. Um 8:00 Uhr punktgenau ist die Chance am größten, um 8:20 Uhr sind alle Leitungen belegt. Ein Wecker eine Minute vorher hilft mehr als guter Wille.

Den Quartalswechsel nutzen. Anfang Januar, April, Juli und Oktober ordnen viele Praxen ihre Terminplanung neu. In diesen Tagen werden häufiger Termine frei. Mehr dazu in Warteliste in der Arztpraxis.

Was du dir sparen kannst: mittags anrufen. Da ist in vielen Praxen niemand am Apparat, und du verbrauchst deine Pause für ein Freizeichen.

Was du in den drei Minuten sagst

Wenn du durchkommst, entscheidet der erste Satz über die Länge des Gesprächs. Nenne Namen, Geburtsdatum, Anliegen und deine Zeitfenster in einem Zug, statt auf Rückfragen zu warten.

„Guten Tag, mein Name ist [Name], geboren am [Datum]. Ich bräuchte einen Termin wegen [Anliegen]. Bei mir geht es ab 16 Uhr oder freitags ganztags. Was haben Sie da?"

Das ist kein Trick, das spart nur beiden Seiten Zeit. Ein vollständiges Gerüst für solche Anrufe steht im Anruf-Skript, und was du sagst, wenn dir mittendrin die Worte fehlen, in Was am Telefon sagen.

Deine Rechte als Patient, etwa bei Wartezeiten und Terminvergabe, erklärt das Gesundheitsportal des Bundes unter gesund.bund.de zu Patientenrechten.

Wenn keins der Fenster passt

Manche Arbeitszeiten lassen sich nicht biegen. Schicht, Werkstatt, Pflege, Unterricht, Baustelle. Wer um 8 Uhr an der Maschine steht, kann nicht um 8:01 Uhr in der Warteschleife hängen.

Dann bleibt eine Möglichkeit, die selten jemand nennt: Der Anruf muss nicht von dir kommen. Jemand anderes kann in deinem Namen anrufen, warten, den Termin machen und dir Bescheid geben.

Die Sprechzeit liegt mitten in deiner Schicht.

Ich bin Danny. Ich ruf für dich in der Praxis an, ohne Fragen, ohne Urteile. Du schreibst mir per WhatsApp, worum es geht und wann du kannst. Ich erledige das innerhalb von 48 Stunden.

Ich hänge in der Warteschleife, nicht du. Du bekommst danach eine kurze Nachricht mit dem Termin, den ich bekommen habe.

Meinen Anruf abgeben

Kostet nichts und verpflichtet zu nichts, ich sag dir erst, ob ich deinen Anruf übernehmen kann.

Noch unsicher? Schreib mir einfach, ich antworte persönlich.

Dass die Terminvergabe genau dann stattfindet, wenn die meisten Menschen arbeiten, ist ein Konstruktionsfehler im System, kein Versäumnis von dir. Du entscheidest, wie viele Vormittage du dafür einsetzt und ob du es überhaupt selbst machst.

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Häufige Fragen

Wann sind Arztpraxen telefonisch am besten erreichbar?

In den meisten Praxen liegt die telefonische Terminvergabe morgens, häufig zwischen 8 und 11 Uhr, teils zusätzlich eine Stunde am Nachmittag. Die größte Chance durchzukommen hast du punktgenau zum Beginn der Sprechzeit. Mittags ist in vielen Praxen niemand am Apparat.

Darf ich während der Arbeitszeit zum Arzt?

Grundsätzlich sollen Arzttermine außerhalb der Arbeitszeit liegen. Geht das nicht, etwa bei akuten Beschwerden, bei einer Blutabnahme im nüchternen Zustand oder wenn die Praxis keinen anderen Termin vergibt, kann § 616 BGB eine bezahlte Freistellung tragen. Diese Regelung lässt sich allerdings im Arbeits- oder Tarifvertrag einschränken oder ausschließen, deshalb lohnt der Blick in den eigenen Vertrag.

Wie bekomme ich einen Termin, ohne anzurufen?

Viele Praxen haben inzwischen ein Buchungssystem auf ihrer Website. Schau dort zuerst nach. Sonst hilft es, um einen Rückruf zu einer Uhrzeit zu bitten, zu der du erreichbar bist, oder nach der Abendsprechstunde zu fragen, die es häufiger gibt als gedacht.

Was sage ich, wenn ich endlich durchkomme?

Nenne Namen, Geburtsdatum, Anliegen und deine möglichen Zeitfenster in einem Satz, statt auf Rückfragen zu warten. Zum Beispiel: Guten Tag, mein Name ist, geboren am, ich bräuchte einen Termin wegen, bei mir geht es ab 16 Uhr. Das kürzt das Gespräch für beide Seiten ab.

Kann jemand anderes den Termin für mich machen?

Ja. Bei erledigbar.de mache ich, Danny Thiel, genau das: Du schreibst mir per WhatsApp, worum es geht und wann du kannst, ich rufe in der Praxis an und melde dir den Termin zurück. Ich hänge in der Warteschleife, du bleibst an deinem Arbeitsplatz.

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