Kurz gesagt

Dass eine Zahnarztpraxis keine neuen Patienten aufnimmt, liegt fast nie an dir. In vielen Regionen schließen Praxen ohne Nachfolger, und die verbliebenen sind voll. Was hilft: die Zahnarztsuche der Landeszahnärztekammer statt einer Kartensuche, der weitere Umkreis, die Frage nach einer Warteliste und bei Schmerzen der zahnärztliche Notdienst. Wichtig ist der Unterschied zwischen Schmerzen heute und einer Praxis für die nächsten Jahre: Das sind zwei verschiedene Suchen.

Gesundheit & Alltag

Kein Zahnarzt nimmt mich auf.
Und der Zahn wartet nicht.

Von Danny Thiel · · 7 Min. Lesezeit
Warum Praxen zumachen Wenn es jetzt wehtut Wo du wirklich suchst Was du am Telefon fragst Dranbleiben

Beim ersten Anruf denkst du noch, du hattest Pech. Beim fünften wird klar, dass es nicht an der Uhrzeit liegt. Und währenddessen pocht der Zahn weiter.

Das ist kein persönliches Pech, sondern Rechenlage. In Sachsen-Anhalt schlossen allein 2024 vierzig Zahnarztpraxen ohne Nachfolger, und über neunzig Prozent der Praxen können dort laut Zahnärztekammer gerade keine neuen Patienten aufnehmen.

Dieser Artikel ersetzt keine zahnmedizinische Beratung. Er sortiert, was bei Schmerzen sofort geht und wie du parallel eine Praxis für die nächsten Jahre findest.

Warum Zahnarztpraxen keine neuen Patienten mehr annehmen

Die Gründe liegen fast immer in der Praxis, nicht bei dir. Wer absagt, hat diesen Satz an dem Tag schon mehrfach gesagt.

Praxen schließen ohne Nachfolger. In Sachsen-Anhalt gingen in fünf Jahren über zweihundert Praxen dauerhaft zu. Jede zweite Zahnärztin dort ist 55 oder älter, ein Teil arbeitet über das 65.

Lebensjahr hinaus. Die Zahlen stammen von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und der Zahnärztekammer des Landes.

Die Übriggebliebenen fangen das auf. Wer Bestandspatienten hat, muss die weiter versorgen.

Neue aufnehmen hieße, allen anderen Termine wegzunehmen. Deshalb fällt die Entscheidung oft gegen Neuaufnahmen, obwohl die Praxis gerne helfen würde.

Das ist regional sehr verschieden. In manchen Städten bekommst du in einer Woche einen Termin, dreißig Kilometer weiter in keiner Praxis. Mehr zur Lage steht in der Meldung über schließende Zahnarztpraxen.

Wenn der Zahn jetzt wehtut: zwei verschiedene Suchen

Hier werden zwei Dinge gern verwechselt. Akute Schmerzen und die Suche nach einer Stammpraxis sind zwei getrennte Aufgaben, und du löst sie unterschiedlich.

Bei Schmerzen: Ruf in den Praxen deiner Umgebung an und sag ausdrücklich, dass du Schmerzen hast. Viele Praxen halten Zeiten für Schmerzpatienten frei, auch für Menschen, die sie noch nicht kennen. Das ist etwas anderes als die Frage nach einem Kontrolltermin.

Außerhalb der Sprechzeiten und am Wochenende gibt es den zahnärztlichen Notdienst. Welche Praxis Dienst hat, steht bei deiner Landeszahnärztekammer, meist mit einem Suchfeld nach Postleitzahl. Bei starken Schwellungen, Fieber oder Atemnot ist es ein Notfall, dann gilt die 112.

Erst wenn die Schmerzen versorgt sind, geht es um die zweite Frage: Wer behandelt mich dauerhaft?

Wo du suchst, und wo die meisten zu früh aufhören

Die Kartensuche im Handy zeigt die Praxen mit der besten Website, nicht die mit freien Plätzen. Vollständiger ist die Zahnarztsuche deiner Landeszahnärztekammer. Dort stehen auch Praxen ohne eigenen Internetauftritt, und du kannst nach Schwerpunkten oder Barrierefreiheit filtern.

Dazu drei Richtungen, die oft übersehen werden. Der weitere Umkreis: Zehn Kilometer mehr bedeuten oft eine völlig andere Versorgungslage.

Größere Praxen und Versorgungszentren: Wo mehrere Behandler arbeiten, gibt es eher Kapazität. Neu eröffnete Praxen: Sie bauen ihren Patientenstamm gerade erst auf.

Und wenn gar nichts geht, hilft die zahnmedizinische Patientenberatung der Kammer weiter. Die ist für dich kostenlos und kennt die Lage in deiner Region.

Was du am Telefon fragst, damit es nicht beim Nein bleibt

„Nehmen Sie neue Patienten?“ ist eine Ja-Nein-Frage, und das Nein ist die Standardantwort. Mit einer zweiten Frage findest du heraus, ob es ein hartes Nein ist oder ein „gerade nicht“.

„Führen Sie eine Warteliste?“ Viele führen eine, nennen sie aber nicht von selbst. „Ändert sich das, wenn jemand aus dem Team dazukommt?“

Praxen wissen oft Monate vorher, wann sie wieder aufnehmen. „Nehmen Sie Schmerzpatienten?“ Das ist eine andere Frage als die nach einem Kontrolltermin, und sie wird oft anders beantwortet.

Wenn dir am Telefon regelmäßig die Worte fehlen, hilft das kostenlose Anruf-Skript: Du wählst die Anrufart und bekommst Satz für Satz, was du sagst.

Dranbleiben ist der Teil, an dem es scheitert

Fünf Absagen an einem Nachmittag, und die Liste bleibt liegen. Verständlich, aber genau daran scheitert die Suche meistens. Wer in vier Wochen nochmal anruft, bekommt oft eine andere Antwort, weil sich in Praxen ständig etwas ändert.

Was hilft: Schreib dir auf, wen du wann angerufen hast und was gesagt wurde. Setz dir einen Termin fürs Nachfassen. Mehr dazu steht in Auf die Warteliste einer Arztpraxis kommen.

Und wenn das Durchtelefonieren selbst das Problem ist, musst du es nicht allein machen.

Wenn dich allein die Vorstellung bremst, zwanzig Praxen anzurufen: Ich telefoniere sie in deinem Namen ab und frage bei jeder nach Aufnahme und Warteliste. Wie das läuft, steht auf der Seite zur Praxissuche.

Zwanzig Praxen, zwanzig Anrufe. Die übernehm ich.

Ich bin Danny. Bei der Praxissuche stelle ich die Liste der Praxen in deinem Umkreis zusammen, telefoniere sie in deinem Namen ab und frage bei jeder nach Aufnahme, Warteliste und Schmerzsprechstunde.

Du hörst kein einziges Nein selbst. Am Ende schreib ich dir kurz, wie die Suche ausgegangen ist.

So läuft die Praxissuche

Du schreibst mir vorher, was du suchst. Ich sage dir ehrlich, wie die Aussichten in deiner Gegend sind, bevor du dich entscheidest. Einen Termin kann ich nicht versprechen.

Geht es nur um eine bestimmte Praxis? Den übernehm ich mit meinem Telefonservice.

Eine Absage ist eine Aussage über die Versorgungslage, nicht über dich. Die Schmerzen von heute und die Praxis für die nächsten Jahre sind zwei verschiedene Aufgaben, und beide sind lösbar.

Die Anrufe dafür muss nicht du machen.

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Häufige Fragen

Muss ein Zahnarzt mich als neuen Patienten annehmen?

Einen allgemeinen Anspruch darauf, von einer bestimmten Praxis aufgenommen zu werden, gibt es nicht. Bei akuten Schmerzen und im Notdienst wird behandelt. Verbindliche Auskunft geben deine Krankenkasse und die Kassenzahnärztliche Vereinigung deines Bundeslands.

Was mache ich bei Zahnschmerzen, wenn keine Praxis mich nimmt?

Sag am Telefon ausdrücklich, dass du Schmerzen hast, viele Praxen halten dafür Zeiten frei. Außerhalb der Sprechzeiten und am Wochenende gibt es den zahnärztlichen Notdienst, die diensthabende Praxis findest du über deine Landeszahnärztekammer. Bei starker Schwellung, Fieber oder Atemnot ist es ein Notfall für die 112.

Wo finde ich Zahnarztpraxen, die noch aufnehmen?

Am vollständigsten ist die Zahnarztsuche deiner Landeszahnärztekammer, dort stehen auch Praxen ohne Website. Dazu lohnen sich der weitere Umkreis, größere Praxen mit mehreren Behandlern und neu eröffnete Praxen.

Warum nehmen so viele Zahnarztpraxen niemanden mehr auf?

Weil Praxen ohne Nachfolger schließen und die verbliebenen die Patienten auffangen. In Sachsen-Anhalt schlossen in fünf Jahren über zweihundert Praxen, und über neunzig Prozent der verbliebenen nehmen laut Zahnärztekammer gerade niemanden neu auf. Regional ist die Lage sehr unterschiedlich.

Kann jemand die Praxen für mich abtelefonieren?

Ja. Bei erledigbar.de telefoniere ich, Danny Thiel, die Praxen in deinem Umkreis in deinem Namen ab und frage nach Aufnahme und Warteliste. Einen Termin kann ich nicht versprechen, die Runde schon.

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