Warum die Praxis absagt, obwohl dein Kind neu ist
Eine Kinderarztpraxis kann nur so viele Kinder betreuen, wie sie durch die Sprechstunde bekommt. Dazu kommt, dass gerade kleine Kinder oft und kurzfristig kommen. Eine volle Kartei bedeutet deshalb schneller ein Nein als in anderen Fachrichtungen.
Die Lage ist regional sehr verschieden. In manchen Gegenden reicht die Versorgung, in anderen fahren Eltern laut Praxen eine Stunde und mehr. Dass Eltern immer größere Radien abtelefonieren, beschreibt auch ein Bericht über die Kinderarztsuche.
Über ein Viertel der Kinder- und Jugendärzte ist 60 oder älter. Wo niemand nachrückt, verteilen sich die Kinder auf die übrigen Praxen. Das Nein am Telefon ist das Ergebnis dieser Rechnung, kein Urteil über euch.
Wenn die nächste U-Untersuchung im Zeitfenster liegt
Die Früherkennungsuntersuchungen haben feste Zeiträume, die der Gemeinsame Bundesausschuss in der Kinder-Richtlinie festlegt. Die U3 liegt in der vierten bis fünften Lebenswoche und ist die erste, für die ihr eine eigene Praxis braucht.
Wenn absehbar ist, dass ein Termin nicht klappt, ruf bei deiner Krankenkasse an, bevor das Fenster vorbei ist. Die Kasse kann sagen, was in eurem Fall gilt, und hilft oft auch bei der Suche nach einer Praxis. Das kostet dich nichts und wird selten genutzt.
Gleichzeitig gilt: Ein verpasstes Zeitfenster ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, dass die Untersuchung stattfindet, und das klärst du am besten mit der Praxis, die euch aufnimmt.
Wo du suchst, wenn die üblichen Praxen voll sind
Vollständiger als jede Kartensuche ist die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslands. Dort stehen auch Praxen ohne eigene Website, und du kannst gezielt nach Kinder- und Jugendmedizin filtern.
Dazu diese Richtungen: Der größere Umkreis, auch wenn es weh tut. Gemeinschaftspraxen und Versorgungszentren, wo mehrere Behandler arbeiten.
Neu eröffnete Praxen, die ihren Stamm gerade aufbauen. Und Praxen mit angestellten Ärztinnen, die manchmal kurzfristig aufstocken.
Für die Übergangszeit kann auch eine hausärztliche Praxis Kinder mitbetreuen. Das ersetzt die Kinderarztpraxis nicht, überbrückt aber. Frag dort ausdrücklich danach, viele bieten es von sich aus nicht an.
Was du am Telefon anders fragst
„Nehmen Sie neue Patienten?“ beantwortet fast jede Praxis gerade mit Nein. Mit der zweiten Frage findest du heraus, was dahintersteckt.
„Führen Sie eine Warteliste, und wie trage ich uns ein?“ Viele führen eine, sagen es aber nicht von selbst. „Nehmen Sie Geschwisterkinder auf?“
Wenn ihr schon ein Kind dort habt, gelten oft andere Regeln. „Können wir uns vor der Geburt anmelden?“ In vielen Praxen ist genau das üblich.
Schreib dir auf, wen du wann erreicht hast und was gesagt wurde. In vier Wochen nochmal anzurufen bringt öfter etwas, als die meisten denken. Wie du dabei vorgehst, steht in Auf die Warteliste einer Arztpraxis kommen.
Wenn es am Ende nur noch an den Anrufen hängt
Mit einem Neugeborenen zwanzig Praxen abzutelefonieren, zwischen Stillen und zwei Stunden Schlaf, ist eine eigene Aufgabe. Dazu kommen die Zeiten: Viele Praxen sind nur vormittags am Telefon erreichbar, und genau dann ist bei euch am meisten los.
Diesen Teil kann jemand anderes übernehmen. Das ändert nichts an der Versorgungslage, aber es nimmt dir die zwanzig Anrufe und die zwanzig Absagen ab.