Thermometer und Taschentücher

Kurz gesagt

Wenn ein Kind krank wird, stehen meist drei Anrufe an: Kita oder Schule, Arbeitgeber und Arztpraxis. Alle drei wollen früh am Morgen passieren, oft innerhalb einer halben Stunde. Sinnvoll ist die Reihenfolge Arbeitgeber, dann Betreuung, dann Praxis, weil die Praxis das längste Zeitfenster hat. Eine Krankschreibung fürs Kind ist seit Juli 2024 dauerhaft auch telefonisch möglich, wenn das Kind der Praxis bekannt ist, und gilt dann für bis zu fünf Kalendertage. Die Bescheinigung kommt per Post und ist zugleich der Antrag auf Kinderkrankengeld.

Gesundheit & Alltag

Kind krank.
Und drei Anrufe wollen vor neun raus.

Von Danny Thiel · · 7 Min. Lesezeit
Reihenfolge Telefonisch krankschreiben Kinderkrankengeld Arbeitgeber Warum es erschöpft Abgeben

Sieben Uhr zwanzig. Das Kind hat Fieber, du hast noch nichts getrunken, und in deinem Kopf läuft schon die Liste: Kita anrufen. Arbeit anrufen. Praxis anrufen.

Alle sagen: sag einfach kurz Bescheid. Nur ist es nie kurz, und es ist nie einmal. Es sind drei Gespräche in einem Zeitfenster von einer halben Stunde, während jemand neben dir weint.

Wer diesen Morgen kennt, weiß: Das Anstrengende ist nicht die Krankheit. Es ist die Organisation drumherum, und die läuft fast immer über das Telefon.

Drei Anrufe, und alle vor neun

An einem normalen Krankheitsmorgen stehen drei Anrufe an, und sie haben alle dasselbe Zeitfenster.

Kita oder Schule wollen die Abmeldung möglichst vor Betreuungsbeginn, meist bis 8 oder 8:30 Uhr. Der Arbeitgeber will Bescheid wissen, bevor deine Schicht anfängt. Die Arztpraxis nimmt Termine in ihrer telefonischen Sprechzeit an, die häufig um 8 Uhr beginnt.

Drei Anrufe, ein Fenster von etwa dreißig Minuten, und nebenbei ein Kind, dem es schlecht geht. Dass sich das eng anfühlt, liegt nicht an schlechter Planung.

Die brauchbarste Reihenfolge: erst der Arbeitgeber, weil dort die Konsequenz am direktesten ist, dann Kita oder Schule, dann die Praxis. Die Praxis hat das längste Fenster.

Krankschreibung fürs Kind geht auch telefonisch

Seit Juli 2024 ist die telefonische Kindkrankschreibung eine dauerhafte Regelung. Du musst mit einem kranken Kind nicht mehr zwingend ins Wartezimmer.

Dafür müssen zwei Dinge stimmen: Das Kind muss der Praxis persönlich bekannt sein, und die Ärztin oder der Arzt muss die Einschätzung am Telefon für vertretbar halten. Die Bescheinigung gilt dann für höchstens fünf Kalendertage und kommt per Post zu dir.

Der wichtige Teil steht auf dem Papier selbst: Diese Bescheinigung ist gleichzeitig der Antrag auf Kinderkrankengeld. Du füllst deine Felder aus und schickst sie an die Krankenkasse. Ein zusätzlicher Antrag ist nicht nötig.

Ein Haken bleibt. Für die telefonische Krankschreibung musst du in der Praxis anrufen, und das wieder im Vormittagsfenster. Warum das ausgerechnet dann so schwer ist, steht in Arzttermin machen, wenn man arbeitet.

Was dir an Tagen zusteht

Für 2026 gilt: 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil, bei Alleinerziehenden 30 Tage. Bei mehreren Kindern sind höchstens 35 Tage pro Elternteil im Jahr drin, für Alleinerziehende höchstens 70.

Voraussetzung ist, dass du und dein Kind gesetzlich versichert seid und das Kind unter zwölf Jahre alt ist. Die Krankenkasse zahlt in der Regel rund 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Diese Zahlen sind erhöhte Werte, die immer wieder verlängert wurden. Der reguläre gesetzliche Anspruch liegt niedriger. Bevor du planst, lohnt ein Blick auf die aktuellen Angaben beim Bundesgesundheitsministerium oder ein kurzer Anruf bei deiner Krankenkasse.

Was du dem Arbeitgeber sagen musst

Du musst nicht erklären, was dein Kind hat. Es reicht, dass du wegen der Betreuung eines erkrankten Kindes ausfällst und wie lange du voraussichtlich fehlst.

„Guten Morgen, hier ist [Name]. Mein Kind ist krank, ich kann heute nicht kommen. Ich melde mich, sobald ich mehr weiß." Mehr braucht dieser Anruf nicht.

Was viele unterschätzt: das Unangenehme an diesem Anruf ist selten die Information, sondern die Reaktion, die man erwartet. Das schlechte Gewissen gegenüber dem Team, die kurze Pause am anderen Ende. Wie sich das aushalten lässt, steht in Krankmeldung: wenn schon der Anruf zu viel ist.

Warum das so erschöpft, obwohl es nur Anrufe sind

Drei Telefonate sind objektiv wenig Arbeit. Trotzdem ist der Morgen danach vorbei, und das hat einen Grund.

Jeder dieser Anrufe verlangt eine kleine Verhandlung: eine Erklärung, eine Rechtfertigung, eine Zusage über einen Zeitraum, den du nicht kennst. Dazu die Planung dahinter. Wer übernimmt morgen? Reichen die Tage bis Freitag? Muss die Bescheinigung noch weg?

Das ist nicht das Telefonieren, das ist die Last des Mitdenkens. Sie liegt in vielen Familien zuverlässig bei einer Person. Ausführlicher steht das in Mental Load.

Was du abgeben kannst

Nicht alle drei Anrufe musst du selbst führen. Die Krankmeldung beim Arbeitgeber macht man sinnvollerweise selbst, das ist eine Minute und die eigene Beziehung.

Der Anruf in der Praxis dagegen ist reine Wartezeit, und die kann jemand anderes absitzen. Genauso ein Folgetermin oder ein Rezept, das noch fehlt.

Drei Anrufe vor neun. Einen davon nehm ich dir ab.

Ich bin Danny. Ich ruf für dich in der Praxis an, ohne Fragen, ohne Urteile. Du schreibst mir per WhatsApp, worum es geht. Ich erledige das innerhalb von 48 Stunden.

Termin, Rückruf oder Rezept: Ich hänge in der Warteschleife, du bleibst bei deinem Kind. Danach bekommst du eine kurze Nachricht, was rausgekommen ist.

Meinen Anruf abgeben

Kostet nichts und verpflichtet zu nichts, ich sag dir erst, ob ich deinen Anruf übernehmen kann.

Noch unsicher? Schreib mir einfach, ich antworte persönlich.

An so einem Morgen ist alles gleichzeitig dringend, und du machst es trotzdem. Dass es sich schwer anfühlt, liegt an drei Zeitfenstern, die sich überschneiden, nicht an dir. Du entscheidest, welche Anrufe du selbst führst.

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Häufige Fragen

Wen muss ich anrufen, wenn mein Kind krank ist?

In der Regel drei Stellen: Kita oder Schule zur Abmeldung, den Arbeitgeber wegen deines Ausfalls und die Arztpraxis, wenn du eine Bescheinigung brauchst. Sinnvoll ist die Reihenfolge Arbeitgeber, Betreuung, Praxis, weil die telefonische Sprechzeit der Praxis meist das längste Fenster hat.

Kann ich mein Kind telefonisch krankschreiben lassen?

Ja. Seit Juli 2024 ist die telefonische Kindkrankschreibung dauerhaft möglich. Voraussetzung ist, dass das Kind der Praxis persönlich bekannt ist und die Einschätzung am Telefon medizinisch vertretbar erscheint. Die Bescheinigung gilt für höchstens fünf Kalendertage und wird per Post verschickt.

Wie viele Kinderkrankentage habe ich?

Für 2026 gelten 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil, bei Alleinerziehenden 30 Tage. Bei mehreren Kindern sind es höchstens 35 Tage pro Elternteil und Jahr, für Alleinerziehende höchstens 70. Voraussetzung sind gesetzliche Versicherung und ein Kind unter zwölf Jahren. Da diese Werte immer wieder angepasst werden, lohnt vor der Planung ein Blick auf die aktuellen Angaben der Krankenkasse.

Muss ich dem Arbeitgeber sagen, was mein Kind hat?

Nein. Es genügt die Information, dass du wegen der Betreuung eines erkrankten Kindes ausfällst und wie lange voraussichtlich. Eine Diagnose geht deinen Arbeitgeber nichts an.

Kann jemand die Anrufe für mich übernehmen?

Teilweise. Die Krankmeldung beim Arbeitgeber macht man sinnvollerweise selbst, das ist die eigene Beziehung. Den Anruf in der Praxis übernehme ich bei erledigbar.de gern: Du schreibst mir per WhatsApp, worum es geht, ich hänge in der Warteschleife und melde dir das Ergebnis zurück.

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