Warum der Anfang das Schwerste ist

Es ist fast nie das ganze Telefonat, das dich lähmt. Es ist der erste Satz. Solange der nicht raus ist, türmt sich davor ein Berg auf, und du starrst auf die Nummer, ohne zu wählen. Klingt bekannt? Sobald du einmal angefangen hast, läuft es meistens von selbst weiter.

Das liegt nicht an dir oder daran, dass du dich nur mehr anstrengen müsstest. Anfangen ist eine eigene Hürde, gerade wenn das Telefonieren ohnehin schwerfällt. Warum das so ist, steht ausführlich in meinem Text über Telefonangst. Hier geht es darum, wie du dir diesen Anfang so leicht wie möglich machst.

Du planst den Anfang, nicht das ganze Gespräch

Der häufigste Denkfehler ist, das komplette Gespräch vorher im Kopf durchspielen zu wollen. Was sagt die Person, was sagst du dann, und was, wenn sie etwas fragt, das du nicht eingeplant hast. Das kann niemand, auch Menschen ohne Telefonangst nicht. Ein Gespräch entsteht zu zweit, in dem Moment, in dem es passiert.

Teil dir auf, was du wirklich vorbereiten kannst, und was sich von allein ergibt:

Das bereitest du vorDas ergibt sich von selbst
Dein erster Satz: wer du bistDie Rückfragen der anderen Person
Dein Anliegen in einem SatzDie Reihenfolge, in der alles kommt
Ein, zwei Stichworte (Datum, Nummer)Der Smalltalk und das Ende

Die linke Spalte passt auf einen Zettel. Die rechte musst du nicht lösen, die löst sich, während ihr redet.

Die ersten zwei Sätze, mehr brauchst du nicht

Ganz konkret: Satz eins ist die Begrüßung mit deinem Namen. Satz zwei ist dein Anliegen, in einer Zeile. Zum Beispiel: „Guten Tag, mein Name ist [Name]. Ich würde gern einen Termin vereinbaren.“ Das war der schwierige Teil. Danach ist die andere Person dran und fragt, was sie wissen will.

Wenn du magst, leg dir diese zwei Sätze vorher hin und lies sie beim Wählen einfach ab. Niemand hört das, und es nimmt dem Anfang die Wucht.

Deine ersten zwei Sätze, fertig
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Was passiert, wenn der erste Satz raus ist

Sobald du begonnen hast, übernimmt das Gegenüber automatisch einen Teil. Die Person am anderen Ende telefoniert den ganzen Tag, das ist ihr Job. Sie wird dich durch das Förmliche führen, dich nach dem fragen, was sie braucht, und dir sagen, wie es weitergeht. Du musst das Gespräch nicht moderieren. Du musst nur antworten.

Deshalb fühlt sich der Anfang so viel schwerer an als der Rest: Vorher trägst du alles allein, danach tragt ihr es zu zweit. Mehr dazu, welche Sätze in welcher Situation passen, steht unter was du am Telefon sagen kannst.

Wenn du mitten im Satz den Faden verlierst

Das passiert, und es ist kein Drama. „Einen Moment bitte“ gibt dir Zeit. „Können Sie das kurz wiederholen?“ wenn du etwas nicht verstanden hast. Eine kleine Pause am Telefon wirkt für dich wie eine Ewigkeit, für das Gegenüber ist sie kaum spürbar. Niemand erwartet, dass du fließend durchredest.

Und wenn schon der Anfang zu viel ist

Es gibt Tage, da ist auch der erste Satz zu viel. Das ist kein Versagen und kein Rückschritt. Bei ADHS zum Beispiel ist oft nicht der Anruf das Problem, sondern überhaupt loszulegen. An solchen Tagen darfst du den Anfang einfach abgeben, an eine Vertrauensperson oder an mich. Ich frage nicht warum.

Für die Tage, an denen schon der erste Satz nicht geht: Ich ruf für dich an. Per WhatsApp beauftragen, ich melde mich mit dem Ergebnis. erledigbar.de